Viele Kinder können aus den unterschiedlichsten Gründen nicht
in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen. Einige von ihnen leben, bevor sie
in Pflegefamilien vermittelt werden, in Kinderheimen, um Abstand zu bekommen
von den negativen Erlebnissen aus der Vorzeit. Für viele Familien ist
es kaum vorstellbar, das es Kinder gibt, die unter Bedingungen leben müssen,
die Körper und Seele krank werden lassen. Ein Kind, mit seinem Bedürfnis
nach Versorgung und Pflege, nach Liebe und Geborgenheit, Sicherheit und
Zugehörigkeit bekommt eine neue Familie, wenn die Voraussetzungen dafür
in der Herkunftsfamilie trotz helfender und unterstützender Maßnahmen
nicht gegeben sind. Vielfach sind es Familien oder Paare, die diese Kinder
bei sich aufnehmen. Bei ihnen erhält das Kind einen geschützten
Lebensraum und ein familiäres Umfeld, das ihm hilft, zu gesunden. Hier
erlebt das Kind vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben Beständigkeit,
Achtung, Wertschätzung und Liebe. Diese sehr verantwortungsvolle und
zum Teil schwierige Aufgabe, erfordert von den Pflegeeltern ein hohes Maß
an Verständnis, Belastbarkeit und Flexibilität.
Die meisten anerkannten Adoptions- und Pflegekinderdienste bereiten Paare
und Familien, die gerne ein Pflegekind aufnehmen wollen, durch Kurse
auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vor. Darüber hinaus werden die
Eltern durch Fachkräfte in ihrer Erziehungsaufgabe beraten, begleitet
und unterstützt. Ergänzend bieten die Vermittlungsstellen oftmals
ein differenziertes Elternprogramm an, durch das sich die Familien themenorientiert
fort- und weiterbilden und Erfahrungen mit anderen Pflegefamilien austauschen
können.
Pflegekinder haben in der Regel, auch dann, wenn sie in einer Pflegefamilie
leben, Umgangskontakte
mit ihren leiblichen Eltern, die von der Fachkraft begleitet werden. Der
zeitliche Rahmen dieser Besuchskontakte ist einzelfallabhängig.
Das Familienleben und die Paarbeziehung ändert sich durch die Aufnahme
eines Pflegekindes erheblich und die psychische und physische Belastung
ist zeitweise sehr hoch. Doch darf dabei nicht übersehen werden, dass
die Begleitung und Betreuung eines Pflegekindes immer auch eine lohnende
Aufgabe, neben allen Problemen und Schwierigkeiten ist, die viel Freude
bereitet und den Kindern Lebensglück schenkt